Das ist Thüringen – in der Selbstbewußtseinsfalle

Thühühüringen – David Bowie ist auch schon mal drüber geflogen!

Rainald Grebe auf youtube / 2004 

Es war 2005, wir hatten soeben erst die Thüringer Residenzstädte und Kulturlandschaften entdeckt und nach langer Suche unseren Lebensmittelpunkt in deren Mitte nach Arnstadt verlegt, als wir in einer Zeitung ein Interview mit einem Repräsentanten der Stadt Erfurt lasen, der den Satz sagte:

Die Stadt Erfurt hat ein Wahrnehmungsproblem. Das ist Thüringen – in der Selbstbewußtseinsfalle weiterlesen

Was ist Thüringen?
Versuch einer Ortsbestimmung zwischen Bach und Bauhaus mit Neil MacGregor

Dankesrede von Dr. Jan Kobel anlässlich der Verleihung des Thüringer Förderpreises für Denkmalpflege 2015 an den Milchhof Arnstadt, gehalten in Schmalkalden am 12.09.2015
Titel: Johann Sebastian Bach in Arnstadt nach Bernd Göbel / Walter Gropius 1919, Fotografie von Louis Held, Quelle: wikipedia

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ende August fuhren meine Frau und ich abends nach Weimar, zu einem Vortrag von Neil MacGregor, dem Direktor des British Museums in London und designierten Chefkurator des neuen Humboldtforums in Berlin. Er sprach über das Geschichtsverständnis der Deutschen und über Deutschlands kulturelle Sonderstellung in Europa, und er sprach, wie nur ein Angelsachse über Deutschland sprechen kann – und darf: voller Bewunderung und Begeisterung. Was ist Thüringen?
Versuch einer Ortsbestimmung zwischen Bach und Bauhaus mit Neil MacGregor
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Die Thüringer Residenzstädte und ihre Hidden Champions
Neue Publikation über die Arnstädter Wunderkammer

BQ1A9880Es ist ein neues Buch erschienen über das Arnstädter Schlossmuseum und seine Sammlungen, in einer kleinen Auflage in einer kleinen Edition, welches aber gerade deshalb umso mehr Lob verdient für die herausragende Qualität von Ausstattung, Text, Fotografie und Druck. Die Thüringer Residenzstädte und ihre Hidden Champions
Neue Publikation über die Arnstädter Wunderkammer
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Die neuen Chancen der Provinz
Viele kleine Städte haben die perfekte hardware, aber sie wissen es nicht

Provinz im heutigen deutschen Sprachgebrauch ist ein negativer Begriff – im logischen Sinne: Wer Provinz denkt, denkt automatisch das andere mit: Metropole. Und zwar als Maßstab. Provinz ist das Gegenteil davon, und das ist durchaus wertend gemeint. 

(Foto oben: documenta 2012 in Kassel) Die neuen Chancen der Provinz
Viele kleine Städte haben die perfekte hardware, aber sie wissen es nicht
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Das schönste Museum der Welt
Das zweite Leben des Neuen Museums in Berlin

Rekonstruktion bedeutet Zerstörung 
David Chipperfield

Ein Essay über deutsche Denkmalpflege und Baukultur

Ausgerechnet in Deutschland und ausgerechnet inmitten der ehemaligen preußischen Hauptstadt ist ein über fünfzig Jahre bis zur piranesischen Ruine verfallenes klassizistisches Gebäude in einer Weise restauriert worden, die Maßstäbe setzt für den Umgang mit historischer Bausubstanz.
Deutsche Denkmalpfleger, Restauratoren, Architekten, Baustofflieferanten, Handwerker, Kirchenvereine und Bauherren, besucht das Neuen Museum in Berlin und lest die unglaubliche Geschichte seiner Wiedergeburt, der größten archäologischen Ausgrabung, die jemals an einem einzelnen Gebäude durchgeführt wurde.

Nie zuvor habe ich deutlicher begriffen, warum das, was in Deutschland bis heute unter „Sanierung“ firmiert, so oft Zerstörung bedeutet – von Originalsubstanz und Geschichte, von Schönheit und Lebensqualität –, und warum nichts so schön und anrührend ist wie das Fragment. Das schönste Museum der Welt
Das zweite Leben des Neuen Museums in Berlin
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Bauhaus 2019 / Baudenkmal Milchhof Arnstadt
Arnstadts Beitrag zum Jubiläumsjahr 2019

"Bis heute ist das Bauhaus in seiner internationalen Ausprägung der wirkungsvollste und erfolgreichste Exportartikel von Kultur aus Deutschland im 20. Jahrhundert."

Aus der Pressemitteilung der Klassikstiftung Weimar vom 16.01.2015 anlässlich der Gründung des Verbundes von sieben Bundesländern und des Bundes zur Koordinierung des Bauhaus-Jubiläums 2019

"Wir haben ein Interesse daran, diesem Kleinod der Bauhaus-Bewegung den Platz zu geben, der ihm gebührt."
 
Der Leiter der Staatskanzlei und Thüringer Kulturminister Dr. Benjamin Immanuel Hoff über den Milchhof Arnstadt auf dem Thüringer Kulturforum in Arnstadt am 17.04.2015 / TA vom 18.04.2015

Vorbemerkung:

(Dieser Artikel spiegelt den Stand Sommer 2015 wieder. Die Entwicklungen rund um den Milchhof sind seit Oktober 2015 umfassend hier dokumentiert:
www.milchhof-arnstadt.de) Bauhaus 2019 / Baudenkmal Milchhof Arnstadt
Arnstadts Beitrag zum Jubiläumsjahr 2019
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Ibiza – die afrikanische Schwester
von Judith Rüber

Kommt man mit dem Flieger nach Ibiza, so sieht man zuerst die ausgedehnten geometrischen Becken der Salinen, umgeben von Feldern mit roter Erde, einigen Palmen und flachen, weißen kubischen Häusern. Wäre ein Seeadler vor 2700 Jahren auf der Insel gelandet, es hätte sich ihm ein ähnliches Bild geboten. Ibiza – die afrikanische Schwester
von Judith Rüber
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Warum Dresden?
Peter Richter und Durs Grünbein über ihre Heimatstadt Dresden

Foto oben: Merkel mit Kopftuch. Soweit sind wir gekommen!

Weil sie hier konservativer als sonst wo sind? Weil die CDU und Justiz in Sachsen zu Teilen wenig Berührungsängste und Verständnis für Rechtextreme haben? Weil sie Jahrzehnte im „Tal der Ahnungslosen“ lebten? Weil die Leipziger schon immer weltoffener waren? Oder ein wilder Mix aus all diesem?

Keine Ahnung. Warum Dresden?
Peter Richter und Durs Grünbein über ihre Heimatstadt Dresden
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Modernismus oder menschlicher Maßstab?
Jan Gehl über die Fehler der Stadtplaner

Nun hat brand eins endlich das wunderbare Interview mit dem dänischen Stadtplaner Jan Gehl vom Dezemberheft 2014 (aufgezeichnet von Harald Willenbrock) freigeschalten. Der Mann ist 78 Jahre alt und hat zahlreiche internationale Metropolen beraten, wie sie mehr Lebensqualität in Ihre Straßenschluchten bringen.

Die Hauptaussage von Jan Gehl lautet:
Erst formen wir unsere Städte, dann formen sie uns. Modernismus oder menschlicher Maßstab?
Jan Gehl über die Fehler der Stadtplaner
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Proeuropäischer Separatismus?
Karl-Markus Gauss über Briten, Schotten und Joschka Fischer

Neoliberalismus oder Untergang? Unter der Überschrift Der Hunger ist zurückgekehrt im Wiener Standard vom 02. Januar 2015 erweist sich Karl-Markus Gauss als eigenständiger Denker. So bedauert er, dass die Schotten nicht für ihre Unabhängigkeit stimmten, denn das wäre ein proeuropäisches Signal gewesen – gegen den britischen Anti-EU-Nationalismus, der, davon ist Gauss überzeugt, der EU nach einem Austritt Großbritanniens erhebliche Probleme machen wird. Für Gauss sind die eigentlichen Nationalisten die, die vor Nationalismus warnen, und umgekehrt Leute wie Alexis Tsipras vielleicht jene, die die Wege weisen zum Erhalt einer europäischen Einheit.