Die Thüringer Residenzstädte und ihre Hidden ChampionsNeue Publikation über die Arnstädter Wunderkammer

BQ1A9880Es ist ein neues Buch erschienen über das Arnstädter Schlossmuseum und seine Sammlungen, in einer kleinen Auflage in einer kleinen Edition, welches aber gerade deshalb umso mehr Lob verdient für die herausragende Qualität von Ausstattung, Text, Fotografie und Druck. Die Thüringer Residenzstädte und ihre Hidden ChampionsNeue Publikation über die Arnstädter Wunderkammer weiterlesen

Die neuen Chancen der Provinz // Viele kleine Städte haben die perfekte hardware, aber sie wissen es nicht

Provinz im heutigen deutschen Sprachgebrauch ist ein negativer Begriff – im logischen Sinne: Wer Provinz denkt, denkt automatisch das andere mit: Metropole. Und zwar als Maßstab. Provinz ist das Gegenteil davon, und das ist durchaus wertend gemeint. 
(Foto oben: documenta 2012 in Kassel) Die neuen Chancen der Provinz // Viele kleine Städte haben die perfekte hardware, aber sie wissen es nicht weiterlesen

Das schönste Museum der WeltDas zweite Leben des Neuen Museums in Berlin

Rekonstruktion bedeutet Zerstörung 
David Chipperfield

Ein Essay über deutsche Denkmalpflege und Baukultur
Ausgerechnet in Deutschland und ausgerechnet inmitten der ehemaligen preußischen Hauptstadt ist ein über fünfzig Jahre bis zur piranesischen Ruine verfallenes klassizistisches Gebäude in einer Weise restauriert worden, die Maßstäbe setzt für den Umgang mit historischer Bausubstanz.
Deutsche Denkmalpfleger, Restauratoren, Architekten, Baustofflieferanten, Handwerker, Kirchenvereine und Bauherren, besucht das Neuen Museum in Berlin und lest die unglaubliche Geschichte seiner Wiedergeburt, der größten archäologischen Ausgrabung, die jemals an einem einzelnen Gebäude durchgeführt wurde.
Nie zuvor habe ich deutlicher begriffen, warum das, was in Deutschland bis heute unter „Sanierung“ firmiert, so oft Zerstörung bedeutet – von Originalsubstanz und Geschichte, von Schönheit und Lebensqualität –, und warum nichts so schön und anrührend ist wie das Fragment. Das schönste Museum der WeltDas zweite Leben des Neuen Museums in Berlin weiterlesen

Bauhaus 2019 / Baudenkmal Milchhof ArnstadtArnstadts Beitrag zum Jubiläumsjahr 2019

"Bis heute ist das Bauhaus in seiner internationalen Ausprägung der wirkungsvollste und erfolgreichste Exportartikel von Kultur aus Deutschland im 20. Jahrhundert."

Aus der Pressemitteilung der Klassikstiftung Weimar vom 16.01.2015 anlässlich der Gründung des Verbundes von sieben Bundesländern und des Bundes zur Koordinierung des Bauhaus-Jubiläums 2019
"Wir haben ein Interesse daran, diesem Kleinod der Bauhaus-Bewegung den Platz zu geben, der ihm gebührt."
Der Leiter der Staatskanzlei und Thüringer Kulturminister Dr. Benjamin Immanuel Hoff über den Milchhof Arnstadt auf dem Thüringer Kulturforum in Arnstadt am 17.04.2015 / TA vom 18.04.2015

Vorbemerkung:

(Dieser Artikel spiegelt den Stand Sommer 2015 wieder. Die Entwicklungen rund um den Milchhof sind seit Oktober 2015 umfassend hier dokumentiert:
www.milchhof-arnstadt.de) Bauhaus 2019 / Baudenkmal Milchhof ArnstadtArnstadts Beitrag zum Jubiläumsjahr 2019 weiterlesen

Ibiza – die afrikanische Schwestervon Judith Rüber

Kommt man mit dem Flieger nach Ibiza, so sieht man zuerst die ausgedehnten geometrischen Becken der Salinen, umgeben von Feldern mit roter Erde, einigen Palmen und flachen, weißen kubischen Häusern. Wäre ein Seeadler vor 2700 Jahren auf der Insel gelandet, es hätte sich ihm ein ähnliches Bild geboten. Ibiza – die afrikanische Schwestervon Judith Rüber weiterlesen

Warum Dresden?Peter Richter und Durs Grünbein über ihre Heimatstadt Dresden

Foto oben: Merkel mit Kopftuch. Soweit sind wir gekommen!

Weil sie hier konservativer als sonst wo sind? Weil die CDU und Justiz in Sachsen zu Teilen wenig Berührungsängste und Verständnis für Rechtextreme haben? Weil sie Jahrzehnte im „Tal der Ahnungslosen“ lebten? Weil die Leipziger schon immer weltoffener waren? Oder ein wilder Mix aus all diesem?
Keine Ahnung. Warum Dresden?Peter Richter und Durs Grünbein über ihre Heimatstadt Dresden weiterlesen

Modernismus oder menschlicher Maßstab?Jan Gehl über die Fehler der Stadtplaner

Nun hat brand eins endlich das wunderbare Interview mit dem dänischen Stadtplaner Jan Gehl vom Dezemberheft 2014 (aufgezeichnet von Harald Willenbrock) freigeschalten. Der Mann ist 78 Jahre alt und hat zahlreiche internationale Metropolen beraten, wie sie mehr Lebensqualität in Ihre Straßenschluchten bringen.
Die Hauptaussage von Jan Gehl lautet:
Erst formen wir unsere Städte, dann formen sie uns. Modernismus oder menschlicher Maßstab?Jan Gehl über die Fehler der Stadtplaner weiterlesen

Proeuropäischer Separatismus? Karl-Markus Gauss über Briten, Schotten und Joschka Fischer

Neoliberalismus oder Untergang? Unter der Überschrift Der Hunger ist zurückgekehrt im Wiener Standard vom 02. Januar 2015 erweist sich Karl-Markus Gauss als eigenständiger Denker. So bedauert er, dass die Schotten nicht für ihre Unabhängigkeit stimmten, denn das wäre ein proeuropäisches Signal gewesen – gegen den britischen Anti-EU-Nationalismus, der, davon ist Gauss überzeugt, der EU nach einem Austritt Großbritanniens erhebliche Probleme machen wird. Für Gauss sind die eigentlichen Nationalisten die, die vor Nationalismus warnen, und umgekehrt Leute wie Alexis Tsipras vielleicht jene, die die Wege weisen zum Erhalt einer europäischen Einheit.

Das Wuppertal-Syndrom // Bürgerengagement als Störfaktor von Verwaltung

Nicht mehr ganz frisch, aber jetzt erst entdeckt und egal, weil zeitlos: eine sehr  freundliche brand-eins-Reportage von Peter Lau (Fünf Thesen über eine arme Stadt / Juli 2013) über sehr geduldige Aktivisten, Initianden und Bürgerprojektler in Wuppertal, die sich sehr, sehr freundlich über ihre Kommunalverwaltung äußern. Klar, was sollen sie auch anders tun?

Das geht zum Beispiel so:
Der Unternehmensberater Carsten Gerhardt (…) hatte die Idee, die rund 22 Kilometer lange (ehemalige Bahn-)Strecke zu einem Rad- und Wanderweg zu machen, fand Mitstreiter, gründete den Verein Wuppertal Bewegung e.V. und wandte sich an die Stadt. Die war begeistert. Theoretisch jedenfalls.

„Wir haben eine Machbarkeitsstudie geschrieben“, erzählt Gerhardt, „in der wir skizziert haben, was der Mehrwert der Trasse ist und welche Fördermittel möglich wären. Das Budget sollte zwischen 12 bis 16 Millionen Euro betragen. Wir haben sie der Stadt vorgestellt, aber die sagte, sie habe nicht die nötigen Eigenmittel – 20 Prozent der Fördersumme muss die Stadt selber aufbringen. Also haben wir Geld gesammelt: drei Millionen Euro in den ersten vier Monaten 2007.

Wuppertal ist nicht schön. Der Autogerecht-Wahn hat die Stadt nach dem Krieg hat die Stadt zerstört. Hin und wieder schöne 50er Jahre, wie hier.

Damit sind wir zur Stadt, aber die sagte, sie habe nicht die Kapazitäten, einen Förderantrag zu stellen. Also haben wir den Antrag selber geschrieben. Zwei von uns haben da viel Freizeit reingesteckt, außerdem hatten wir zwölf Ingenieure, die einzelne Bauwerke begutachtet haben. Im Mai 2008 kam die Zusage zur Förderbereitschaft.

Wir sind damit zur Stadt gegangen, aber die sagte, sie könne den Bau nicht durchführen, weil sie keine Kapazitäten habe. Da haben wir die Wuppertaler Nordbahntrassen GmbH gegründet, eine gemeinnützige Gesellschaft, die die Trasse bauen, 20 Jahre betreiben und die Stadt von allen Pflichten freistellen sollte. Im April und Mai 2010 haben wir zwei, zweieinhalb Kilometer fertiggestellt.

Danach hat die Stadt das Projekt an sich gezogen.“ Die Begründung: Vorschriften wurden nicht eingehalten, auch förderrechtlich sei nicht alles ordentlich gelaufen. (brand eins / 07.2013 / S. 143)

Lieber Peter Lau, liebe brand-eins-Redaktion, DANKE! Dieser Artikel öffnet uns die Augen: wir haben es  in Deutschland mit einem stereotypen destruktiven Verhaltensmuster, einem autoritären Syndrom zu tun! Und dank dieses Artikels und dank der famosen Wuppertaler Bürger nenne ich dieses Syndrom ab heute das Wuppertal-Syndrom!

Bis heute faszinierend: die Schwebebahn. Einmalig.

Dieses geht – ich darf das jetzt mal sagen, ich wohne ja nicht in Wuppertal und schreibe auch nicht darüber in einem angesehenen Magazin – ziemlich genau so:

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Quinquennale Analoge Stadt Leben in die Provinz!

Ein Projekt für Arnstadt und die Europäische Stadt 2019 / 24 / 29 ff

„Nur der Stadtbürger ist Staatsbürger“
Alexander Mitscherlich / Die Unwirtlichkeit unserer Städte


Gliederung:
Die Idee:
Die Leerstände der Stadt als Bühne eines internationalen Dialogs zwischen Kunst, städtischem Raum, Bürgern und Besuchern
Das Problem:
Viele Kleinstädte stagnieren – warum?
Der Musterfall:
Arnstadt in Thüringen
Die Perspektive:
Soft gentrification als (Teil von) Wirtschaftspolitik
Das Projekt:
Die Analoge Stadt – Kristallisationskeim für eine lebendige Stadt
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